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Plastikmodellbauclub Lübeck e.V.

    Spirit of St. Louis – Die Ryan NYP im Maßstab 1:48 von Revell - gebaut von Christian Spirgatis
 

Die Ryan NYP (New York – Paris) ist eines der bedeutendsten Flugzeuge des 20. Jahrhunderts. Am 20. Mai 1927 startete der junge amerikanische Postflieger Charles Lindbergh mit seiner 'Spirit of St. Louis' vom Flugplatz Roosevelt Field auf Long Island im U.S. Bundesstaat New York und landete nach einem Rekordflug von 33 ½ Stunden an seinem Zielort Paris, auf dem Flugplatz von Le Bourget. (1)

Revell hat in 2006 ein wunderschönes Modell dieses Flugzeuges auf den Markt gebracht. Mir hat dieser Bausatz so viel Spaß gemacht, dass ich ihn – gegen meine Gewohnheit – in ganz kurzer Zeit gebaut habe. Einer Anregung von Jim Schubert (2) folgend, habe ich den Rumpfrücken mit 0,1 mm dünnem Plastik Sheet beplankt, in das von innen drei Stringer-Linien eingerillt worden sind (siehe Foto). Ältere Modellbauer erinnern sich: es ist die Methode von Harry Woodman. Die ganze Sache hat 15 Minuten gedauert. Zuvor hatte ich vergeblich versucht, die Rumpfoberseite perfekt zu glätten. Vor dem ersten Auftrag von Silber sah es noch gut aus ....

Zweite Ergänzung waren Anschnallgurte aus etwas Metallfolie. Ach ja, die Sandwichtüte hätte ich fast vergessen.

Entgegen der Bauanleitung habe ich den Bespannstoff innen nicht silber bemalt, sondern in einer natürlichen Leinenfarbe gespritzt. Der Sitz wird auch nicht aluminium (nur der Rahmen), sondern wie Korbgeflecht bemalt. Nach einer Quelle saß Lindbergh während seines Rekordfluges auf einem aufblasbaren Gummikissen. Dessen Farbe war ??? Ich tippe auf schwarz oder 'wärmflaschenrot'.

Die Fenster muss man nicht einkleben, sondern kann sie (dünn geschliffen und poliert) in die Kartentasche an der rechten Innenwand stecken. So hat 'Lindy' das schließlich auch gemacht.

Die Abziehbilder ließen sich sehr gut verarbeiten. Ich habe für die Nachbildung der Bleche am Motorvorbau den superstarken Weichmacher „rot/ strong“ von DACO benutzt. Eine winzige Falte ist geblieben, die von netten Menschen hoffentlich übersehen wird. Der Spinner bekam keine Abziehbilder – beim Original musste vor dem Start in New York ein Ersatzteil angefertigt werden, und das war nicht in dem Pfauenaugenmuster poliert.

Die Endmontage der vorlackierten Baugruppen erfolgte mit Sekundenkleber in einer nächtlichen Session vor dem letzten Clubtreffen des PMC Lübeck im Dezember. Es passte alles ganz prima. Lediglich die hintere Steuerbord-Tragflächenstrebe war einen Hauch zu kurz, ließ sich mit Sekundenkleber-Gel aber fixieren. Dies Passproblem kann ich selbst verursacht haben, indem ich vielleicht die Tragflächen ein ganz klein wenig versetzt angeklebt habe. Die drei Tankbelüftungen auf der Tragflächenoberseite haben – oh Wunder! – die Bauzeit unbeschadet überstanden. Bis auf die eine, die mir 20 Minuten vor Fertigstellung abknickte. Zum Glück fiel sie auf eine noch übersichtliche Stelle des zu diesem Zeitpunkt etwas derangierten Basteltisches. Eine spitze Pinzette war auch zur Hand, nebst etwas Sekundenkleber. Würde ich die Spirit noch einmal bauen, ließe ich diese empfindlichen Teile gleich weg und fertigte sie ganz zum Schluss aus Draht an. Und ich würde den Spalt auf der Unterseite der Tragfläche verschließen, obwohl er beim fertigen Modell gar nicht auffällt.

Wie eingangs bemerkt, hatte ich eine Menge Spaß mit diesem Kit, und ich ziehe meinen Hut vor dem Konstrukteur des Originals. Die 'Spirit' war eine für ihre Zeit aerodynamisch perfekt durchgestaltete Flugmaschine, die kompromisslos ihren Zweck erfüllte: non stop so weit zu fliegen, wie noch nie ein Flugzeug zuvor.

Quellen:
(1) http://en.wikipedia.org/wiki/Spirit_of_St._Louis

(2) http://www.internetmodeler.com/2006/february/first-looks/Revell_NYP.php

     
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