Russisches Sturmgeschütz ISU-122
Maßstab 1/72 von PST



Das Original wurde Ende 1943 auf Basis des ISU-152 entwickelt. Der Hauptverwendungszweck lag in der Feuerunterstützung bei Panzer- und Infaterie - Offensiven. Diese Fahrzeuge kamen in nahezu allen Offensivoperationen der Roten Armee in den Jahren 1944-1945 zum Einsatz. Die Bewaffnung bestand aus der 122mm Kanone A-19 sowie dem zur Fliegerabwehr gedachten 12,7mm DShK Maschinengewehr. Der 520 PS-leistende Motor erlaubte eine Höchstgeschwindigkeit von 35 Km/h. Die Produktion dauerte noch bis 1952 an. In dieser Zeit wurden rund 5000 Stck. (inklusive der ISU-122S) gefertigt.

Zum Modell:
Der Bausatz entstammt den Formen des weißrussischen Herstellers PST aus Minsk und weist die bekannte gute Qualität auf. Positiv hervorzuheben sind vor allem die Ketten, die (wie bei PST üblich) aus Segmenten und Einzelgliedern bestehen. Der Zusammenbau bereitet keine größeren Probleme, und somit ist dieser Bausatz auch Einsteigern bedenkenlos zu empfehlen. Die Unterwanne besteht aus fünf Teilen, auf die dann die einteilige Oberwanne aufgesetzt wird. Paßungenauigkeiten sucht man hier vergebens. Auch der Zusammenbau der Räder geht zügig von statten. Lediglich die Antriebsräder erfordern ein wenig mehr Aufmerksamkeit, damit die beiden Radhälften auch wirklich mittig zu einander, und nicht wie leider möglich gegeneinander verschoben montiert werden (Man merkt dies dann spätestens beim Aufziehen der Ketten !!!). Bei der Montage der Kleinteile am Aufbau sollte man die vorgesehenen Plastikgriffe (Teile B31) durch selbstgefertigte aus Kupfer- oder Stahldraht ersetzen. Den Scheinwerfer habe ich, wie für meine Verhältnisse üblich, ausgebohrt und nach der Lackierung (innen mit Silber) mittels klarem Zweikomponentenkleber "verglast".Diese Verglasung habe ich dann später noch mit einem Tropfen Humbrol "Clearfix" versiegelt. Um die Kanone etwas realistischer zu gestalten, sollte das Mündungsstück entsprechend ausgebohrt werden. Bei dem gezeigten Modell wurde außerdem noch das Bordwerkzeug (Spitzhacke und Schaufel) selber neu angefertigt. Hierbei kamen kleine Stücke Plastikcard, gezogene Gußäste und dünnes Messingblech zum Einsatz. Die Werkzeughalterungen entstanden aus zurechtgeschnittenen Streifen Aluminiumblech (von Teelichtern z.B.). Statt Schleppseilen erhielt mein Fahrzeug eineSchleppkette, welche ich lose über die seitlichen Griffen gehängt habe. Sie besteht aus einer feinen Messingkette (Schmuckhandel), die über einer Flamme ein wenig ausgeglüht wurde. Zum Schluß erfolgte die Montage der Fahrzeugketten. Hierbei war es mir wichtig den oft zu sehenden Durchhängeeffekt darzustellen. Zum einen benutzte ich hierfür übriggebliebene Einzelglieder, zum anderen verformte ich die vorgesehenen Segmentteile mit dem Fön. (ACHTUNG !!! Nicht zu heiß werden lassen!!!). Lackiert habe ich das Fahrzeug in einem dunklen Grün (ModelMaster 1710). Die vorstehenden Kanten wurden mit der aufgehellten Grundfarbe trocken- gemalt. Ebenfalls durch Trockenmalen enstanden die Rost-, Abnutzungs- und Rußspuren. Die aus grauem Plastik bestehende Kette wurde zunächst mit "GunMetal" lackiert, und später mit stark verdünnter "Rostfarbe" und einem Hauch Silber nachbehandelt. Auch die Nummern am Aufbau sind aufgemalt !!! Um das Ganze besser präsentieren zu können habe ich dazu noch ein kleines Diorama entstehen lassen. Die Umgrenzung dieses Dioramas bildet der bei mir obligatorische Bilderrahmen. Für das Straßenpflaster und den Gehweg verwendete ich Plastikstrukturplatten aus dem Eisenbahnzubehör. Entsprechend angemalt macht es sich ganz gut. Die beiden Mauerteile sind selbergegossen (Formen von "Werkstatt Spörle"), jedoch noch ein wenig verändert. D.h. Pfeiler an beiden Mauerteilseiten und abgebröckelter Putz mit nun sicht- barer Ziegelsteinstruktur. Die Tür entstammt ebenfalls dem Eisenbahnzubehör. Hier habe ich lediglich den Türgriff nebst Schlossplatte hinzugefügt (Plastikcard und Draht). Das Plakat ist eine Kopie aus einem Buch, die mit Hilfe eines Scanners und dem heimischen PC auf die entsprechende Größe gebracht wurde. Der Baum im Hintergrund ist nichts anderes, als ein Stück Wurzelholz. Die Laterne kommt wieder (wer hätte das erwartet ?) aus dem Eisenbahnzubehör. Hierbei störte es mich allerdings, dass das (eigentliche) Glasteil aus demselben grünen Plastikmaterial gefertigt ist, wie die ganze Laterne. Ich habe es deshalb kurzerhand abgeschnitten und durch ein eigens hergestelltes Tiefziehteil ersetzt. Dafür verwendet man irgendein Stück Klarsichtmaterial (Reste von Verpackungen, Hemdkrageneinlagen o.ä.). Diese erwärmt man dann über einer Kerzenflamme und zieht sie dann über das Ende eines Pinselstiels, die Spitze eines Kugelschreibers oder sonst irgendetwas, gerade greifbares. Dieses Teil habe ich dann einfach auf die gewünschte Länge geschnitten und an die Laterne angeklebt. Und schon sieht das Ganze sehr viel besser aus. Als zusätzlich schmückendes Beiwerk habe ich noch ein Fahrrad an die Laterne gelehnt. Dieses Fahrrad entstand aus einem Bausatz der Firma Extratech und besteht aus mehreren Fotoätzteilen. ( 2 Radhälften mit Rahmen, Sattel, Lenker, Gepäck- träger und 2 Pedalen).Beim Zurechtbiegen der Pedalen ist äußerste Vorsicht geboten. Diese fieselig winzigen Teile haben , eben auf Grund ihrer geringen Größe, den Drang beim Biegen aus der Zange, Pinzette oder was sonst immer herauszuspringen. Also nicht nur an den eventuellen Verlust der Teile denken, sondern besser auch die Augen schützen !!! Damit das ganze Ding dann doch nicht allzu platt wirkt habe ich den eigentlichen Lenker des Bausatzes durch einen selbsthergestellten aus Draht ersetzt. Diesen Lenker habe ich zusätzlich noch mit einer (angedeuteten) Klingel versehen (ein Scheibchen eines gezogenen Gußastes). Jetzt kam noch ein bisschen "Gedöns" auf das Diorama: Ein abgebrochener Ast (Wurzelholzstück) Ein paar leere Kisten (3x darf man raten woher !) Eine schmierige Plane (Papiertaschentuch, behandelt mit verdünntem Holzleim) Und einige alte Latten (flache Streichhölzer) Zur Belebung habe ich zu guter Letzt nur noch ein paar Figuren beigefügt. Hierbei handelt es sich um Revell Weich- (leider) Plastikfiguren. Alles in Allem ergibt zusammen einen, meiner Meinung nach, doch recht ansehnlichen Gesamteindruck. Auf jeden Fall hat der Zusammenbau doch viel Spaß gemacht, und der Spaß sollte doch bei unserem Hobby im Vordergrund stehen, oder ?

Thomas Arp PMC Lübeck